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InhaltBearbeiten

VideoWocheBearbeiten

Perfekt arrangierter Gangsterthriller aus amerikanischem Geblüt, der in Bildästhetik und Actionchoreografie über weite Strecken an die besten Werke der Fernostmeister John Woo und Tsui Hark erinnert. Karatecrack Mark Dacascos ("Only the Strong") überzeugt in der bisher besten Rolle seiner Karriere und versteht es, zwischen den kunstvoll inszenierten Bleigewittern auch dramatische Akzente setzen. Ein sicherer Gewinner im Actionregal, der zu den Abräumern des Genres zählen könnte. ===Blickpunkt: Film=== Profikiller Yo verliebt sich in junge Malerin, ausgerechnet Zeugin eines Mordauftrags. Indem er sie am Leben läßt, stellt er sich gegen seine mächtigen Auftraggeber. Perfekt arrangierter Gangsterthriller. ===Blickpunkt: Film Kurzinfo=== Triadenkiller Yo verliebt sich in eine Tatzeugin und muß um seine Freiheit kämpfen. Gelungene Manga-Adaption in bester John-Woo-Manier. ===Kurzbeschreibung=== An der amerikanischen Westküste tobt ein brutaler Bandenkrieg zwischen der japanischen Yakuza-Mafia und dem chinesischen Geheimbund "Söhne des Drachen". Yo, ein chinesischer Freeman, lebt als unscheinbarer Künstler und wird auf ein geheimes Signal hin zu einer willenlosen Killermaschine - doch plötzlich gerät diese Maschine aus der Bahn...

OFDBBearbeiten

In Animes geht alles, in Realfilmen kostet das immer eine Menge Geld, weswegen solche Realverfilmungen gezeichneter Vorlagen nicht sehr selten enttäuschende Sparfilmchen werden.
Im Falle von "Crying Freeman" kann man schon fast von einer löblichen Ausnahme sprechen, denn dem Film wurde ein angemessen comichaftes Flair mitgegeben, das erfreulicherweise sowohl der asiatischen Herkunft als auch dem amerikanischen Standard Rechnung trägt.

So spielt dann auch die Geschichte des Killers der Söhne des Drachen, der sich in die Zeugin einer seiner Aufträge verliebt und diese schont und somit seine als auch die Gegenseite gegen sich aufbringt, auf beiden Seiten des Pazifiks. Die erste Hälfte wird den USA gewidmet, wo der Auftrag, einen alten Firmenboß zu erledigen, auf das Knalligste erledigt wird. Da sprengt man die Autos, da wirbelt der Killer durch die Luft und dicke Wummen verteilen härteste Einschläge.
Zwischendurch wird es dann zutiefst gefühlvoll, Liebe, Verrat, Verzweiflung und innerer Kampf galore, immer wieder unterbrochen durch Anschläge, Schußwechsel oder Kampfszenen, bis das alles in zwei Großgefechten in China kulminiert.

Sicher ist da nichts wahnsinnig Originelles bei, wenn zwei Sippen von Gangstern aufeinander losgehen, intrigiert wird, daß es nur so hagelt und das Blut reichlich spritzt, aber Christophe Gans, der später seinen Stil mit "Der Pakt der Wölfe" noch verfeinern sollte, hat die ideale Comicumsetzung erschaffen, rückt die entscheidenden Personen, Gegenstände, Waffen ins richtige Licht und orientiert sich so an einem fast durchgängig visuellen Stil.

Leider traut er dem aber nicht so ganz, so daß gewisse Teile der Geschichte als Off-Kommentar nacherzählt werden müssen, wie z.B. die Herkunft und das Werden des Freeman, sowie das Schicksal des Emu O'Hara. Dies lediglich in Bildern zu inszenieren, traut sich der Film aus Gründen der Kommerzialität dann doch nicht und bricht immer wieder mit seinem mal poetischen, mal monumental-emotionalen Erzählstil und strapaziert dann doch die Gleichmut seiner Zuschauer, die eh mehr an den vortreffllich inszenierten Fights und Waffengängen interessiert sind.
Mark Dacascos ist ein ziemlicher Idealfall für die Titelrolle, während der Rest des Cast nicht so ganz zur Geltung kommt. Rae Dawn Chong ist sogar komplett verschenkt, Tcheky Karyo hat schon mal mehr gute Sequenzen gehabt.

Das finale Inselgefecht gerät dann leider zu einer bisweilen allzu platten Materialschlacht und lediglich der Schwertkampf zum Schluß kann die Feinsinnigen wieder recht versöhnen. Dennoch bleibt Gans so nah an der Vorlage (zumindest visuell, erzählerisch ist das eine andere Sache), daß man eigentlich nicht meckern darf, schon gar nicht bei so einem Bodycount und so effektvollem Sterben. Alle Intellektuellen gehen für die Filmlänge aber mal Sartre lesen, die haben hier nichts zu lachen.

--- Silvan Prefetzky (Moonshade)